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Erster Spatenstich für Erweiterung des Hauses Wartberg

05.02.2010, „Ein wunderbarer, traumhafter Tag.“

Symbolischer Erster Spaten- stich für den Erweiterungs- neubau von Haus Wartberg.

„Ein wunderbarer, traumhafter Tag.“ Dr. Agnes Karb, Chefärztin der Forensischen Psychiatrie der Rheinhessen-Fachklinik Alzey, stand die Freude ins Gesicht geschrieben. Nur wenige Minuten zuvor hatte Tom Rutert-Klein, Abteilungsleiter im Gesundheitsministerium, dem Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, Dr. Gerald Gaß, den 22-seitigen Bewilligungsbescheid zur Erweiterung und Modernisierung des Hauses Wartberg überreicht. Und schon wenige Momente später hielt sie, eingerahmt von neun Mitstreitern, die Schaufel in der Hand, um den ersten Spatenstich zu dem Bauvorhaben zu setzen.

Wie dringend notwendig die Erweiterung der forensisch-psychiatrischen Abteilung Haus Wartberg der Rheinhessen-Fachklinik sei, betonten alle Redner. „Das ist kein Luxus, was wir hier bauen, sondern dient der menschenwürdigen Unterbringung“, so Karb. „Die Renovierung und Erweiterung war, gelinde gesagt, längst überfällig“, meinte auch Dr. Wolfgang Guth, Ärztlicher Direktor der Rheinhessen-Fachklinik.

Mithilfe von Bund und Land, die im Rahmen des Konjunkturpaketes II 3,6 Millionen Euro zu der insgesamt knapp sechs Millionen Euro teuren Maßnahme beisteuern, rückten gerade diejenigen Patienten in den Fokus, „die keine so große Lobby in der Gesellschaft haben“, sagte Dr. Gerald Gaß. „Die Behandlung in der forensischen Psychiatrie dient der Besserung und Sicherung der Patienten auf der Grundlage des Maßregelvollzugsgesetzes“, erklärte er. Alle Therapiemaßnahmen seien darauf ausgerichtet, die Resozialisierung der Patienten mit der größtmöglichen Sicherheit für die Bevölkerung zu verbinden.

Verbesserung der Lebensqualität
Der Spatenstich sei ein wichtiger Augenblick, betonte auch Tom Rutert-Klein. Nachdem in den vergangenen Jahren zeitweise bis zu 71 Patienten im für lediglich 53 Personen ausgelegten Haus Wartberg untergebracht gewesen seien, verbessere die jetzige Erweiterung die Lebensqualität und therapeutischen Möglichkeiten für die Patienten und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter.

Die forensisch-psychiatrische Abteilung umfasst drei Stationen, wo Patienten mit unterschiedlichen seelischen Störungen, beispielsweise Pychosen oder Persönlichkeitsstörungen, behandelt werden. Unter anderem Verhaltenstherapie, Einzel- und Gruppengespräche, Arbeits- und Sporttherapien und medikamentöse Behandlungen kommen zum Tragen.

Nachdem in der Vergangenheit die Unterbringung der Patienten „saalähnliche“ Zustände angenommen habe, sollen die Patienten künftig über moderne Zweibett-Zimmer mit je eigenem Sanitärbereich verfügen. Auch neue Aufenthalts- und Therapieräume, ein Sportraum und Gruppenräume sowie die Vergrößerung der Freifläche stehen auf der Agenda.

Im ersten Bauabschnitt soll das Bettenhaus erweitert werden, dafür wird das U-förmige Gebäude durch einen zweigeschossigen, unterkellerten Erweiterungsbau zu einem Atrium geschlossen werden. Insgesamt, so kündigte Rutert-Klein an, werden durch den Erweiterungsbau genau 1.117,23 Quadratmeter Nutzfläche entstehen. Die Maßnahme soll voraussichtlich bis Ende 2010 abgeschlossen sein.

Allgemeine Zeitung, 5. Februar 2010

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