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Mit dem Nachwuchs zur Arbeitsstätte

08.03.2010, Rheinhessen-Fachklinik plant eigene Kita für Kinder ihrer Beschäftigten

"Wir sind sehr interessiert daran, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein", hält Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, zu dem die Rheinhessen-Fachklinik (RFK) zählt, fest. Qualifiziertes, engagiertes Personal möchte das Krankenhaus langfristig binden. Um dieses Ziel zu erreichen, gelte es unter anderem, den Beschäftigten Angebote zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf zu machen. So hat die Krankenhausgesellschaft die Idee entwickelt, auch in Alzey eine Betriebskindertagesstätte zu eröffnen. Im Klinikum Andernach gibt es bereits eine solche Einrichtung, wo Erzieherinnen die Kinder der Beschäftigten des Krankenhauses betreuen. So soll es auch in Alzey sein.

"Ende März, Anfang April" solle der erste Spatenstich für das Gebäude stattfinden, das unterhalb der RFK-Hauptverwaltung neben dem Gartengelände in die Höhe wachsen wird, erläutert Dr. Gerald Gaß im Gespräch mit der AZ die Pläne. Im Herbst soll der von Architekt Klaus Kappler geplante Bau, dessen Nutzfläche 500 Quadratmeter umfasst, fertig gestellt sein. Rund eine Million Euro betragen die Kosten für das Gebäude, in dem 30 Mädchen und Jungen in zwei altersgemischten Gruppen toben, spielen, lernen, sich ausruhen können. "Kinder ab einem Alter von sechs Monaten bis zum Schuleintritt werden hier betreut", informiert Gaß. Der Krankenhausträger versuche, die Öffnungszeiten der Kita an die Dienstpläne der Beschäftigten anzupassen. Denen kommt es natürlich gelegen, dass ihre Sprösslinge nahe ihres Arbeitsplatzes untergebracht sind. Eine Umfrage unter Ärzten, Pflegern, Therapeuten hatte ergeben, dass Bedarf für eine eigene Kita besteht.

Die Rheinhessen-Fachklinik ist mit knapp 1000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Alzey. Zu den Investitionskosten von einer Million Euro steuern Land und Kreis 200000 bei. Die Personalkosten für die 4,25 Erzieherstellen wird das Land tragen; für Sach- und Betriebskosten kommt die Rheinhessen-Fachklinik auf." Bei den Planungen für die Betriebskindertagesstätte hat uns das Kreisjugendamt hervorragend unterstützt", freut sich der Pflegedirektor der Fachklinik, Frank Müller. Das Motto lautet "Gesundheit und Bewegung", und so sind in dem Holz-Glas-Beton-Ensemble unter anderem große Spielflure vorgesehen, auf denen sich die Kinder bei schlechtem Wetter auch im Innern austoben können. Sonst geht es oft ins Freie.

Die beiden Gruppenbereiche finden sich in holzverkleideten, würfelförmigen Gebäudeteilen - schon die Architektur des Ensembles wird sicher ins Auge fallen. Über der zweiten Ebene der Gruppen dann jeweils ein Dachgarten - "dort können die Kinder auch mal draußen schlafen, so es das Wetter zulässt", lobt Frank Müller das innovative Konzept. Verwaltungsräume, Intensivbereiche für die Individuelle Förderung und Zimmer für Elterngespräche ergänzen das Programm, ebenso ein Gemeinschaftsbereich mit Bewegungsraum. Essen bekommen die Kinder und Erzieherinnen aus der Klinikküche. Und auch die weiteren Angebote der RFK wie Minigolfanlage, Hochseilgarten, Schwimmbad und Gutshof können sie selbstverständlich nutzen.

Gemeinsam mit dem Architekten ist das Raumkonzept zudem so gestaltet worden, dass die demographischen Herausforderungen berücksichtigt werden. Sollte irgendwann kein Bedarf mehr für eine RFK-eigene Kindertagesstätte bestehen, wäre es beispielsweise möglich, Wohneinheiten an ihrer Stelle zu schaffen.

Allgemeine Zeitung, 8. März 2010

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