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LNK: Neuer Name - und weiter?

03.01.1997, Umbenennung in Rheinhessen-Fachklinik

„Rheinhessen-Fachklinik Alzey - Zentrum für Psychiatrie und Neurologie“, heißt seit 1. Januar dieses Jahres, was bisher die Landesnervenklinik (LNK) war. Zusammen mit der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach und der Neurologischen Klinik Meisenheim arbeitet sie nach dem Rechtsformwechsel zur Anstalt des öffentlichen Rechts (Aör) unter dem Dach des Landeskrankenhauses mit Dienstsitz in Andernach. Über weitere mögliche Veränderungen sprachen wir mit dem neuen Geschäftsführer Norbert Finke.

„Erlöse müssen die Kosten decken - ohne die qualitativen Versorgungsleistungen zu verringern“
Neu ist zunächst einmal der Name der früheren LNK. Der soll den Bezug zur Versorgungsregion verdeutlichen und die Verbindung zwischen ambulanter und gemeindenaher Versorgung psychisch Kranker unterstreichen. Denn Ziel der 1995 in Rheinland-Pfalz eingeleiteten Psychiatriereform ist, dass die Patienten ein normalisiertes Leben außerhalb der Klinik leben können, ebenso in der Gemeinde. Unterstützend wirken in Alzey dabei bereits die betreuten Wohngemeinschaften, die Tagesstätte „Oase“ und die Tagesklinik Stadtweingut.

Zu dieser Hilfe vor Ort gehört auch die Institutsambulanz, die Finke für unsere Region beantragt hat. Dabei werden chronisch psychisch Kranke nach dem stationären Aufenthalt von Klinikärzten betreut.

Neu ist auch, dass das Landeskrankenhaus nach dem Rechtsformwechsel zur AöR  unternehmerische Eigenverantwortung gewonnen hat und nun als - so Finke - „soziales, wirtschaftlich geführtes, medizinisches Dienstleistungsunternehmen“ arbeitet, um sich im Wettbewerbsdruck im Gesundheitswesen besser behaupten zu können. Dennoch sollen in der Rheinhessen-Fachklinik die Angebote im psychiatrischen und neurologischen Behandlungsfeld weiter im gleichen Umfang wie bisher bestehen. Und die Ausgestaltung im Gemeindenahen Prozess soll fortgesetzt werden. „Die Versorgung der Bevölkerung steht im Vordergrund“, versichert Finke. Dennoch „müssen die Erlöse die Kosten Decken“. Das sei das Ziel - „ohne die qualitativen Versorgungsleistungen zu verringern“.

Kostendeckend hat die LNK nicht gearbeitet. 5,3 Mio. Mark Altlasten muss die AöR allein von der LNK Alzey übernehmen. Zu Einsparungen führen sollen nun u. a. Kooperationen zwischen den Kliniken: so beliefert die Krankenhausapotheke der Alzeyer bereits der Meisenheimer Klinik.

Aber viele Mitarbeiter befürchten, dass weitere Umstrukturierungen zum Stellenabbau führen könnten. So wird ihm Rahmen der Psychiatriereform langsam der Langzeitbereich umstrukturiert: 1995 standen 185 Betten im Plan, `96 nur noch 110. Finke sagt, dass er Wert legt auf Offenheit und Mitarbeiterinformation. Daraus erhofft er sich Vertrauen in die Geschäftsführung. Und er will, dass jeder einzelne Mitarbeiter ein Kostenbewusstsein entwickelt, dass Kostentransparenz geschaffen wird. Denn das trage dazu bei, die Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen. In den nächsten Wochen will er sich seine „Zielsetzungen schaffen“, sich orientieren, eine Geschäftsordnung erlassen für die Direktorien, die weiter vor Ort verantwortlich bleiben, aber an die Weisungen des Geschäftsführers gebunden sind.

Alzeyer Wochenblatt, 3. Januar 1997

 

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