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Gedächtnisambulanz ist in Planung

21.11.2012, Die neue ärztliche Direktorin Anke Brockhaus-Dumke will Spezialsprechstunden etablieren

Sie arbeitet mit Chefärzten, Physiotherapeuten, Pharmazeuten zusammen. Muss sich mit der gemeindepsychiatrischen Versorgung oder mit neuen Entgeltsystemen beschäftigen. Und mit den Kollegen beraten, wie es gelingt, weitere, seither geschlossene Stationen der Rheinhessen-Fachklinik (RFK) zu öffnen. Der Aufbau einer Aufnahmeambulanz und die Etablierung weiterer Spezialsprechstunden, wie etwa eine Gedächtnisambulanz, sind in Planung.

Wochenende gehört Familie
Privatdozentin Dr. Anke Brockhaus-Dumke, die neue ärztliche Direktorin der Alzeyer Klinik, hat - neben Personalführung, der Koordination der zehn Fachbereiche der Rheinhessen-Fachklinik und Mitarbeit in der Geschäftsleitung des Landeskrankenhauses AöR in Andernach - eine Menge Aufgaben zu stemmen. „Ja, das läuft schon auf einen Zehn-, manchmal Zwölf-Stunden-Tag hinaus“, berichtet sie. Aber das Wochenende gehört ganz klar der Familie: Ehemann Jürgen Dumke und den Kindern Jan (12) und Marita (10). Seit drei Jahren arbeitet und lebt die Privatdozentin mit ihrer Familie in Alzey, zunächst war sie Chefärztin der Akutpsychiatrie II (Versorgungsbereich: Landkreise Mainz-Bingen und Bad Kreuznach). Dann trat sie zum 1. Juni die Nachfolge des ärztlichen Direktors Dr. Wolfgang Guth an.

„Ich bin weiterhin Chefärztin meiner Abteilung mit drei Stationen und pflege in dieser Funktion die Kontakte nach außen, etwa zu den Psychiatriebeiräten der Landkreise“, umreißt sie nur eines ihrer vielen Aufgabenfelder. Von Anfang an sei sie vom guten Betriebsklima in der Alzeyer Fachklinik angetan gewesen, „und an dieser Einschätzung hat sich nichts geändert“, wie sie erfreut berichtet. Anke Brockhaus-Dumke stammt aus Münster/Westfalen, wo sie Medizin studierte, arbeitete unter anderem an der Uniklinik Bonn und der Klinik für Psychiatrie der Universität Köln.

„Über das Rheinland habe ich mich Rheinhessen quasi vorsichtig angenähert“, sagt die Fachärztin für Psychiatrie und lacht. Hier, in Rheinhessen, schätze sie es sehr, dass die Menschen „auch das Kleine im Alltag genießen“ könnten und eine „gewisse Ruhe“ ausstrahlten. Sehr angenehm empfinde sie das Leben in Alzey. Ihr Ehemann ist promovierter Pädagoge und arbeitet in der Ingelheimer Kreisverwaltung. Die Kinder haben sich ebenfalls gut eingefunden, besuchen beide ganztags das Gymnasium am Römerkastell.

Da sie noch an der Uni Köln habilitiert ist, möchte sich Dr. Anke Brockhaus-Dumke nach Mainz an die Universitätsmedizin umhabilitieren. Dort hat sie seit 2010 die Psychose-Früherkennungsambulanz Rheinhessen mit aufgebaut, wobei ihr ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Kölner Zeit zugute kamen. „In der Ambulanz werden Patienten nach standardisierten Verfahren befragt, um diagnostizieren zu können, ob sie etwa ,nur†˜ an einer Angsterkrankung leiden oder schon Vorformen psychotischen Erlebens entwickelt haben“, erläutert Dr. Brockhaus-Dumke. Danach werden in der Ambulanz erste Therapieempfehlungen ausgesprochen, ein stationärer Aufenthalt kann möglicherweise vermieden werden. Die Verzahnung stationärer, teilstationärer und ambulanter Angebote ist eine große Herausforderung für Klinikleitung und Personal. Dabei kooperieren Berufe wie Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Fachkrankenpfleger. Die psychiatrische Institutsambulanz betreut die Patienten aufsuchend zu Hause, ebenso wie die ambulante psychiatrische Pflege. Diese Therapieangebote müssen gut vernetzt sein, damit die nachsorgende Behandlung gelingt.

In der Fachklinik möchte Dr. Brockhaus-Dumke mit dem Team Konzepte ausarbeiten, um weitere Stationen öffnen zu können. Das käme den Kranken zugute, denn sie würden auf der Station, die sie aufnimmt, weiter therapiert. „Das heißt, die Patienten müssten sich nicht, wie seither, nach der Zeit auf der Aufnahmestation noch auf eine Therapiestation mit anderem Personal umstellen“, nennt die Ärztin einen Vorteil.

Allgemeine Zeitung, 21. November 2012

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