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Schüler der Gustav-Heinemann-Realschule plus lernen Rheinhessen-Fachklinik Alzey kennen

19.12.2012, Schüler der Gustav-Heinemann-Realschule plus lernen RFK spielerisch kennen

Fachkräftemangel in Pflegeberufen, Probleme mit der Akzeptanz psychischer Erkrankungen in der Öffentlichkeit oder schlichtweg Vorurteile - Für die Rheinhessen-Fachklinik gibt es viele Gründe, Aufklärungsarbeit zu leisten. Über einen Kooperationsvertrag mit der Gustav-Heinemann-Realschule plus geschieht genau das ab sofort und mit einem ambitionierten Programm.

Wie das Konzept aussieht und Wirkung entfalten soll, konnte am Montag erlebt werden, als mit dem ersten Projekt der Startschuss für die praktische Zusammenarbeit fiel. Zehn Schüler der sechsten Klasse erlebten einen Erstkontakt mit der Klinik für Psychiatrie, genauer gesagt mit der dortigen Kletterwand, die für bewegungstherapeutische Angebote genutzt wird. Einen Vormittag lang tasteten sich die Kinder im wahrsten Sinn an die Thematik heran. Ganz bewusst war das Treffen auf Spaß ausgelegt, um eventuelle Hemmschwellen beim Kontakt mit der Klinik nicht zum Tragen kommen zu lassen. Auch Kontakt mit den Patienten stand ganz bewusst nicht auf dem Programm.

Was die sportliche Seite der Kletterpartie angeht, bot die Wand im Haus Jakobsberg der jungen Truppe keine allzu große Herausforderung. Der Spaß bei den verschiedenen Spielen, bei denen Routen gefunden, oder versteckte Zettel von der Wand gepflückt werden mussten, war dennoch groß. Die Teammitglieder feuerten sich gegenseitig an, turnten fix von unten nach oben und von links nach rechts, hörten aber auch interessiert den Ausführungen zu, die RFK-Mitarbeiterin Marion Fiox immer wieder gab. „Ihr seid ja alle sportlich, deshalb ist das Klettern für Euch kein Problem. Aber ich arbeite ja viel mit Menschen, die oft jahrelang keinen Sport mehr gemacht haben oder nicht einmal die Wohnung verlassen haben - da ist das natürlich eine große Herausforderung“, erklärte Fiox, die als Erzieherin und Klettertrainerin mit Kindern und Erwachsenen gleichermaßen arbeitet. Scheinbar beiläufig vermittelte der Kletterbesuch so auch einen Einblick in die Problemlagen, mit denen Patienten in die RFK kommen. „Mindestens einmal, aber so oft wie möglich soll jeder Schüler im Laufe der Schullaufbahn Kontakt mit der Klinik bekommen haben“, erläuterte Kirsten Rauschkolb von der Realschule plus, die an der Erarbeitung des Kooperationsvertrages mitarbeitete.

Wichtig sei der Schule gewesen, dass alle Angebote in den Lehrplan eingebettet seien, um ohnehin zu bearbeitende Themenfelder mit praktischen Erfahrungen in der RFK unterfüttern zu können. Die Bandbreite reicht dabei von naturwissenschaftlichen Projekten zum Thema Blutgruppen, Organsystem oder Suchterkrankungen über künstlerisches Arbeiten mit Patientengruppen bis hin zu Unterrichtseinheiten in den Wahlpflichtfächern. Insgesamt 13 konkrete Projekte finden sich im Kooperationsvertrag, von denen eine ganze Reihe bereits im laufenden Schuljahr starten. Hinzu kommen noch Angebote wie Berufspraktika oder Bewerbungstrainings und sogar Informationsabende für Eltern, die von Spezialisten der RFK durchgeführt werden. Themen hierbei können etwa Lernstörungen und andere Problemfelder sein. „Für uns als Schule ist es natürlich toll, auf das Wissen und die Möglichkeiten einer so großen Einrichtung Zugriff zu haben“, freute sich Rauschkolb.

Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2012

Schüler der sechsten Klasse erlebten einen Erstkontakt mit der Kletterwand der Klinik, die für bewegungstherapeutische Angebote genutzt wird.
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