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Unterstützung nach der Geburt

07.09.2013, Rheinhessen-Fachklinik, Mehrgenerationenhaus und Diakonisches Werk helfen bei Krisen

Die Geburt eines Kindes wirbelt das Leben seiner Eltern gehörig durcheinander. Sie müssen mit der neuen Situation umgehen lernen, und viele Mütter bekommen in der Zeit nach diesem einschneidenden Erlebnis, auch durch hormonelle Umstellungen, den „Baby-Blues“. Dauert dieser einige Tage an, „so ist das völlig normal“, wie die ärztliche Direktorin der Rheinhessen-Fachklinik (RFK), Dr. Anke Brockhaus-Dumke, erklärt. Allerdings entwickeln etwa 10 bis 15 Prozent der Mütter in den ersten Monaten nach der Geburt eine länger andauernde Depression, die sogenannte postpartale Depression. Für sie hat die RFK gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus (MGH) in der Schloßgasse und dessen Träger, dem Diakonischen Werk, ein neues niedrigschwelliges Angebot parat.

Kostenloses Angebot
Ab dem 11. September findet im MGH eine kostenlose ärztliche Sprechstunde für Depressionen, Ängste und Krisen rund um die Geburt statt. Die beiden erfahrenen Ärztinnen der RFK, selbst Mütter, Frauke Andreula und Dr. Sepideh Jaeschke, sind zugegen, um Hilfe suchende Frauen speziell zum Thema zu beraten. Begleitet wird diese Sprechstunde auch von Oberarzt Jochen Petersen. Jeden zweiten Mittwoch im Monat um 15 Uhr und jeden letzten Dienstag im Monat um 10.30 Uhr wird die Spezialsprechstunde vorerst angeboten; Auftakt ist am Mittwoch, 11. September.

Parallel dazu finden im MGH die Stillgruppe (Mi.), beziehungsweise die Hebammensprechstunde (Di.) statt. „Hier wird Müttern die Möglichkeit gegeben, sich zunächst unverbindlich zu informieren und beraten zu lassen“, erklären Karin Mettner und Antonia Brauer, Bereichsleiterin beim Diakonischen Werk und Koordinatorin des MGH.

„Erhalten die betroffenen Mütter, die oft wochenlang unter Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Schuldgefühlen und Ängsten leiden, ein frühzeitiges Angebot, dann bestehen nämlich gute Prognosen, dass ihre Depression geheilt werden kann“, ergänzt Dr. Brockhaus-Dumke. Sind die Symptome der Depression allerdings schwer ausgeprägt, besteht seit kurzem die Möglichkeit, stationär in der RFK aufgenommen zu werden. Hier muss dringend behandelt werden, um die Beziehung der Mutter zum Neugeborenen nicht zu gefährden.

In der angebotenen Therapie wird die Vielschichtigkeit der Depression aufgegriffen, und die therapeutischen Maßnahmen sind entsprechend aufgebaut: psychotherapeutische Einzelgespräche, fachspezifische Pflege, Ergo- und Sporttherapie, soziales Kompetenztraining und psychoedukative Gruppenangebote. „Völlig neu ist, dass Mutter und Kind im Sinne des ‚Rooming-in†˜ zusammenbleiben können und somit die Mutter-Kind-Beziehung gestärkt wird. Dafür werden zurzeit Patientenzimmer mit Babyausstattung versehen und wohnlich gestaltet. Auch für eine liebevolle Betreuung der Babys während der Therapiezeiten der Mutter wird Sorge getragen, in unserer betriebseigenen Kindertagesstätte nämlich“, erläutert die ärztliche Direktorin. Und: „Wir wollen den betroffenen Frauen Mut machen und ihnen vermitteln, dass sie mit ihren Ängsten und Sorgen nicht allein gelassen werden - und vor allem, dass es Wege aus dieser ausweglos erscheinenden Situation gibt.“

Allgemeine Zeitung, 7. September 2013

Das Team der Rheinhessen-Fachklinik Alzey Frau Priv.-Doz. Dr. Brockhaus-Dumke, Frau Dr. Sepideh Jaeschke, Frau Frauke Andreula, Herr Oberarzt Petersen mit Frau Mettner (links) und Frau Brauer (rechts) vom Diakonischen Werk Worms-Alzey.
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