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Brennbares lagert im Bunker

26.09.2013, Stationen und angeschlossene Häuser in Rheinhessen werden von Alzey aus versorgt

Ein Bunker, Tresor, Kühlschränke und viele Regale. Nebendran ist ein Labor eingerichtet. Und im Lagerraum werden Paletten gestapelt, voller Infusionen und Nährlösungen. In der Klinikapotheke auf dem Gelände der Rheinhessen-Fachklinik (RFK) ist alles eine Nummer größer ausgelegt. Von hier aus werden bis zu 1400 Patienten in den angeschlossenen Kliniken versorgt.

Acht Mitarbeiter sind dafür verantwortlich, dass zum Beispiel das Alzeyer DRK-Krankenhaus immer genug Medikamente zur Verfügung hat. „Den Bedarf für mindestens 14 Tage müssen wir vorhalten, um kurzfristige Lieferengpässe abfangen zu können“, erklärt die Leitende Apothekerin Birgit Eiden. Nach einem festen Plan werden die RFK-Stationen und die angeschlossenen Häuser in Rheinhessen mehrmals wöchentlich versorgt. Jedes Paket wird bei der Ein- und Auslieferung per Scanner erfasst und dessen Inhalt protokolliert. „Wir wissen aufgrund von Erfahrungswerten, wie viel an Vorrat benötigt wird und bestellen bei Bedarf nach“, sagt Eiden.

Beratung immer wichtiger
Die Bestellungen übermitteln die Kliniken online, Eidens Mitarbeiter stellen dann die notwendigen Medikamente und Materialien individuell zusammen. So verlassen im Jahr rund 8,6 Millionen Stückeinheiten (meist Tabletten oder Ampullen) die RFK-Apotheke. Falls dringlicher Bedarf besteht, können die Hohl- und Bringdienste der angeschlossenen Krankenhäuser auch selbst vorfahren. Oft stehen an der Laderampe mittags die Lastwagen, die für den Warennachschub sorgen.

Was vorgehalten werden muss, regelt die sogenannte „Positivliste“. Darin sind rund 1000 Wirkstoffe aufgelistet. Zweimal jährlich wird die Aufzählung durch eine interdisziplinäre Kommission aktualisiert. Betäubungsmittel müssen in den Tresor, Brennbares in den separaten Bunker und manches in den begehbaren Kühlraum. Oft Benötigtes wird palettenweise angeliefert - und direkt ohne großes Auspacken in den Lagerraum gestellt. Letzteres betrifft vor allem Infusions- und Nährlösungen, aber auch alltägliche Medizinprodukte wie Desinfektionslösungen oder Einmalhandschuhe.

„Wir sind Arzneimittellogistiker“, kommentiert dazu Eiden, die wie ihre Apothekerkollegin Karla Dhonau eine Zusatzausbildung zur „Fachapothekerin für klinische Pharmazie“ absolviert hat. Vergleichbar zu einer normalen Apotheke ist nur, dass eine der beiden Damen immer vor Ort sein muss. Eine ihrer Aufgaben ist die Produktkontrolle der im eigenen Labor hergestellten Arzneimittel. Dort werden oftmals beispielsweise dermatologische Salben hergestellt.

Seit mehr als elf Jahren ist Eiden in der Klinikapotheke. Hat sich ihre Arbeit über die Jahre verändert? „Der Beratungsaspekt ist immer wichtiger geworden“, sagt die Apothekerin, die früher in einer „normalen“ Apotheke Kunden beriet. Heute wenden sich meist Ärzte oder das Pflegepersonal telefonisch an sie: Ziel ist es, für jeden Patienten die individuell beste Arzneimitteltherapie sicherzustellen und Wechselwirkungen auszuschließen. „Bei komplexen Fällen kommt es durchaus vor, dass ich bei der Chefarztvisite mitgehe“, sagt Eiden. Bürger müssen jedoch weiterhin zur Apotheke ihres Vertrauens gehen - die RFK-Apotheke ist ausschließlich für den Klinikbedarf zuständig.

Allgemeine Zeitung, 26. September 2013

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