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Profilierter Kopf nun Chefarzt

06.11.2014, Professor Dr. Andreas Fellgiebel neuer Fachgebietsleiter an der Rheinhessen-Fachklinik

v.l.: Prof. Dr. Klaus Lieb, Dr. Gerald Gaß, PD Dr. Anke Brockhaus-Dumke, Prof. Dr. Andreas Fellgiebel, Thomas Müller, Alexander Schneider und Bernhard Scholten.

ALZEY. Staffelholzübergabe an der Rheinhessen-Fachklinik. Professor Dr. Andreas Fellgiebel ist neuer Chefarzt der Gerontopsychiatrie. Der Mainzer Mediziner war zuvor fünf Jahre Leitender Oberarzt der Universitätsmedizin Mainz und wirkte zudem als ärztlicher Leiter der Gerontopsychiatrie und Gedächtnisambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Hochschule. Er gilt als einer der profiliertesten Köpfe der Demenzforschung und -medizin in Deutschland. Fellgiebel tritt an der RFK die Nachfolge von Dr. Wolfgang Gather an, der nach mehr als 30 Jahren im Sommer in den Ruhestand verabschiedet wurde (die AZ berichtete). 

Kompetenzzentren einrichten

Für den neuen Chef der Gerontopsychiatrie ist die Weiterentwicklung und Sicherung der Versorgung in diesem Sektor der Altersmedizin eine der großen Herausforderungen von Gesundheitssystem und Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten. „Eine weitere große Herausforderung sehe ich in der Altersdepression, die häufig nicht diagnostiziert, geschweige denn adäquat therapiert wird“, so Fellgiebel in seiner Antrittsrede. Ein Lösungsansatz, diese Herausforderungen zu bewältigen, könnten neuropsychiatrisch-geriatrische Kompetenzzentren sein, die eng mit Haus- und Fachärzten sowie regionalen Pflegestützpunkten und Demenznetzwerken kooperieren. Deutliche Worte fand Fellgiebel auch für gängige Praxis der Behandlung von Demenzpatienten mit einschlägigen Tabletten: „Das Heim mit der höchsten Verordnungsquote von Psychopharmaka ist das Heim mit der schlechtesten Versorgung der Patienten.“ Dem oft noch zu unkritischen Glauben der Mediziner an die Wirksamkeit und Alternativlosigkeit der Behandlung mit Psychopharmaka zur Beseitigung störender „Verhaltensauffälligkeit“ müsse abgeschworen werden. Handmassage und beruhigende Musik wirken bei Agitation schneller, besser, nebenwirkungsärmer und nachhaltiger als Pipamperon“, brachte es Fellgiebel auf den Punkt. Ziel müsse es vielmehr sein, ein gutes Wohlbefinden und eine gute Lebensqualität von Patienten möglichst lange aufrechtzuerhalten. Um das zu gewährleisten, brauche es eine größere Sensibilisierung der niedergelassenen Haus- und Fachärzte für eine frühe Diagnostik. Zudem sollten sich Ärzte und Krankenhäuser stärker als bisher mit den bestehenden regionalen Netzwerken verbinden. Psychische Gesundheit sei ein privates und ein öffentliches Gut. „Daher ist die Politik gefordert, aktiv Handlungsspielräume zur Förderung psychischer Gesundheit mitzugestalten“, formulierte Fellgiebel einen Auftrag an die politischen Entscheidungsträger.

Zur „hervorragenden Wahl“ des neuen Chefarztes beglückwünschte Fellgiebels seitheriger Chef, Professor Dr. Klaus Lieb, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Mainzer Universitätsmedizin, die RFK. „Er ist nicht nur ein hervorragender Mediziner und Wissenschaftler, sondern auch eine wichtige, deutschlandweite Integrationsfigur für das Thema Demenz“, stellte Lieb fest. Er sei froh, dass es gelungen sei, Fellgiebel in Rheinland-Pfalz zu halten. Der sei nun nicht nur Leiter der Gerontopsychiatrie an der RFK, sondern habe weiterhin einen Forschungsauftrag an der Mainzer Uni. Bernhard Scholten, Abteilungs-leiter im Sozialministerium, lobte Fellgiebel als versierten Netzwerker und Entwickler von Projekten und Konzepten. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Mit den Worten aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“begrüßte die Ärztliche Direktorin der RFK, Dr. Anke Brockhaus-Dumke, den neuen Chefarzt. Einen guten Start in den neuen Wirkungsbereich wünschten auch Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, RFK-Pflegedirektor Frank Müller und Personalratsvorsitzender Frank Hofferberth.

von Thomas Ehlke

Allgemeine Zeitung, 6. November 2014

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