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Behandlung wird daheim fortgesetzt

23.10.2013, Die Rheinhessen-Fachklinik erhält KTQ-Award für ein vorbildliches Betreuungsprojekt

Optimale Behandlung von psychisch erkrankten Menschen und das möglichst in den eigenen Wänden - dieser Ansatz steckt hinter dem Programm „Stattkrankenhaus“, das die Rheinhessen-Fachklinik vor drei Jahren als Pilotprojekt entwickelt hat. Dafür wurde sie nun mit dem KTQ-Award ausgezeichnet, der vorbildliche Projekte im Qualitätsmanagement des Gesundheitswesens prämiert. Thema der diesjährigen Ausschreibung war „Vernetzung im Gesundheitswesen“.

Und genau darauf zielt das Angebot der RFK ab. „Menschen mit Psychosen benötigen einen kontinuierlichen Behandlungsprozess“, spricht Pflegedienstdirektor Frank Müller aus Erfahrung. Viele Betroffene schrecke jedoch ein langer Klinikaufenthalt ab. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, unterstützt das siebenköpfige „Stattkrankenhaus“-Team während des Krankenhausaufenthalts die Betroffenen und organisiert zusammen mit den Stationsmitarbeitern die weitere Behandlung. „Eine Besonderheit dabei ist, dass die Patienten mitbestimmen können, welche Angebote sie in Anspruch nehmen wollen“, hebt die ärztliche Direktorin, Anke Brockhaus-Dumke, hervor. Sind die Patienten dann stabil genug, um vom akut-stationären Bereich nach Hause zu wechseln, kümmert sich dasselbe multiprofessionelle Team, bestehend aus Ärzten, einem Sozialarbeiter und Fachpflegekräften, um sie. „Der Vorteil für die Betroffenen ist, dass sie ihre Ansprechpartner nicht wechseln müssen“, erklärt Anke Brockhaus-Dumke. „So kann das bereits aufgebaute Vertrauensverhältnis weiter gepflegt werden, denn wer psychisch erkrankt ist, braucht oftmals lange Zeit, um sich an jemand Neues zu gewöhnen.“

Ein weiterer Vorzug des Angebots sei, dass Behandlungsmodule aus dem ambulanten und stationären Bereich kombiniert werden können, was im normalen Vergütungssystem nicht möglich wäre. „Die Taktung der Betreuung ist wesentlich dichter“, erläutert der Heimleiter. „So kann beispielsweise dreimal täglich die ambulante psychiatrische Pflege kommen und zusätzlich ein Arzt von der psychiatrischen Institutsambulanz, der die Medikamentenverordnung direkt von zuhause aus machen kann.“

Von rund 6500 Fällen jährlich nehmen in der Alzeyer RFK derzeit rund 100 Patienten das Angebot wahr. Möglich wurde es durch den Vertrag, den das Landeskrankenhaus (ÄöR) mit den Kliniken in Alzey und Andernach sowie dem Pfalzklinikum gemeinsam mit der DAK geschlossen hat.

Jenes am Patienten orientierte Konzept überzeugte das Jury-Team des KTQ-Awards, die in ihrer Begründung für die Auszeichnung beispielsweise die Steigerung der sozialen Kompetenzen lobendend hervorhoben. Auch wenn der Preis nicht dotiert ist, freut sich das RFK-Klinik-Team, das nun hofft, neben der DAK weitere Versicherungen mit ins Boot nehmen zu können.

Allgemeine Zeitung, 23. Oktober 2013

Pflegedirektor Frank Müller (2.v.l.) nahm für die Rheinhessen-Fachklinik den KTQ-Award entgegen.
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