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Fremd und traumatisiert - Wege der kultursensiblen Psychiatrie

25. Alzeyer Symposium der Rheinhessen-Fachklinik Alzey beleuchtete Situation traumatisierter Flüchtlinge und Behandlungsmöglichkeiten

Alzey - 11. November 2015. Das Thema „Flüchtlinge“ beherrscht derzeit wie kein anderes die Schlagzeilen. Flüchtlinge, die es bis nach Deutschland geschafft haben, sind oft traumatisiert - schließlich fliehen die meisten aus Kriegsgebieten und haben unvorstellbare Dinge erleben müssen. Wie geht man in Deutschland damit um? Wie kann den hilfebedürftigen Menschen geholfen werden? Die Rheinhessen-Fachklinik Alzey hatte am 11. November zum 25. „Alzeyer Symposium“ geladen und beschäftigte sich mit eben dieser Frage: „Fremd und traumatisiert - Wege der kultursensiblen Psychiatrie“.

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Die Referenten des Vormittags (v. l.): PD Dr. med. Anke Brockhaus-Dumke (Ärztliche Direktorin der RFK), Markus Göpfert, Marie Rössel-ÄŒunoviæ, Tina Heidger, Heinrich Graf von Reventlow, Uli Sextro, Alexandra von Bose, Karin Mettner, Dr. Lea Ackermann, Berthold Michels, Frank Müller (Pflegedirektor der RFK) Es fehlen: Antonia Brauer und Regine Noll.

Vorurteilsfreies und wertschätzendes Miteinander

Das Alzeyer Symposium beschäftigte sich mit vielfältigen Fragen, die sich in der Flüchtlingssituation ergeben. Acht Workshops am Vormittag - geleitet von sehr erfahrenen Spezialisten auf ihren jeweiligen Gebieten - verschafften einen Überblick über Möglichkeiten und Grenzen, psychisch belasteten bzw. traumatisierten Flüchtlingen in Deutschland zu helfen, wie Traumafolgestörungen bei Kindern erkannt werden können und erläuterten Aufgaben, Angebote und Maßnahmen Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge. Bei vielfältigen Initiativen zur Flüchtlingshilfe ist eine gute Vernetzung unabdingbar - damit beschäftigte sich ein weiterer Workshop. Und schließlich ging es um die Frage der interkulturellen Kompetenz als aktuelle Herausforderung im Gesundheitswesen. Dazu gibt es bereits Konzepte für ein vorurteilsfreies und wertschätzendes Miteinander.

Mangelnde Sprachkenntnisse und kulturelle Unterschiede beeinflussen Hilfsangebote

Komplettiert wurde das Symposium am Nachmittag durch drei Vorträge. PD Dr. Iris Tatjana Graef-Calliess, Leitende Ärztin am Klinikum Wahrendorff, berichtete über kultursensible therapeutische Strategien bei der Behandlung von Migranten mit seelischen Erkrankungen. Sie weiß, dass die seelische Gesundheit von Migranten eine höhere Vulnerabilität aufweist. Insbesondere das subjektive Diskriminierungserleben steht in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen. Allerdings gibt es einige Faktoren, die die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten beeinflussen, neben mangelnden Sprachkenntnissen sind das kulturelle Unterschiede, die auch zu verschiedenen Krankheitserklärungsmodellen führen können.

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Die Referenten des Nachmittags (v. l.): Frank Müller (Pflegedirektor der RFK), PD Dr. med. Iris Tatjana Graef-Calliess, Marie Rössel-ÄŒunoviæ, Alexandra von Bose, PD Dr. med. Anke Brockhaus-Dumke (Ärztliche Direktorin der RFK).

Das Einschalten eines Dolmetschers führt nicht automatisch zu einem besseren Verständnis. Marie Rössel-Cunovic, Dipl.-Pädagogin, systemische Familientherapeutin und Mitbegründerin des Frankfurter Arbeitskreises Trauma und Exil e.V., konnte viele wertvolle Tipps geben zur Einbeziehung von Dolmetschern in die interkulturelle Behandlung oder Beratung und zeigte, welche Probleme umgangen werden sollten.

Alexandra von Bose, Integrationsbeauftragte des Landkreises Alzey-Worms, sieht einen großen Bedarf in der Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen. Zusätzliche Problemfelder sind ihrer Erfahrung nach, dass Frauen mit ca. 30 Prozent in der Minderheit sind, dass Erstaufnahmestellen selten gesonderte Räume für sie aufweisen. Ihre Forderung: Es muss ein geschlechtsspezifischer Umgang mit traumatisierten Frauen und Mädchen gewährleistet werden.

Eine Gesamtübersicht über das Programm erhalten Sie als Download (Flyer auf dieser Seite).

Wir bemühen uns, zeitnah Material zu allen Vorträgen und Workshops als Download auf dieser Seite zur Verfügung zu stellen.

Wenn Sie konkrete Fragen zur Veranstaltung haben, können Sie sich gerne an uns wenden (info@rfk.landeskrankenhaus.de).

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