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Auch Kinder sind Angehörige

Auch (minderjährige) Kinder von Patienten sind Angehörige. Kinder merken, wenn es den Eltern nicht gut geht. Sie nehmen Veränderungen im familiären Alltag, im Verhalten und die veränderte Stimmung wahr (auch Babys tun dies schon).

Wenn es einem Elternteil selbst nicht gut geht und dieser alle Kräfte benötigt, um sich mit sich und der Erkrankung auseinanderzusetzen oder um im Alltag trotz Erkrankung zurechtzukommen, kommen die Kinder nicht selten zur kurz.

Etwa 2/3 der Kinder psychisch erkrankter Eltern entwickeln im Verlauf ihres Lebens selbst eine psychische Erkrankung. Dabei bestimmen nicht genetische Faktoren darüber, ob das Kind erkrankt, sondern ein Zusammenwirken genetischer und psychosozialer Faktoren.  Das bedeutet, dass bei genetisch erhöhter Anfälligkeit für eine Erkrankung den Lebensbedingungen des Kindes eine große Bedeutung zukommt. Daher können Eltern und andere Bezugspersonen starken Einfluss nehmen und Kinder gezielt unterstützen, z.B.

  • Durch den Erhalt der Tagesstruktur (z.B. Aufsteh- und Bettgehzeit, Mittagessen, Hobbies der Kinder…) und
  • Durch das Aufrechterhalten einiger Rituale im Familienleben (z.B. die Gutenachtgeschichte, das gemeinsame Esse und Ähnliches). So wird Sicherheit und Stabilität geschaffen.
  • Durch kindgerechtes und altersangemessenes Sprechen über die Erkrankung
  • Indem den Kindern ermöglicht wird auch mit anderen Vertrauenspersonen über die Situation zu Hause und die Krankheit zu reden (Tabuisierung der Erkrankung stellt eine hohes Risiko für Kinder dar).
  • Indem für Unterstützung gesorgt wird durch Familie, Freunde, Bekannte, Verein oder auch durch professionelle Helfer.
  • Es kann auch Sinn machen in Schule oder den Kindergarten über die Situation der Familie zu informieren, damit Erzieher und Lehrer Ihre Kinder gut auffangen können, wenn es ihnen schlecht geht.

In den Büchern, auf die wir in der Literaturliste verweisen, finden Sie ausführlichere Informationen.

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Wo gibt es Unterstützung für Familien?

In der Klinik

Die Abteilungen für Allgemeinpsychiatrie 1 und 2 bietet ihren Patienten mit minderjährigen Kindern die Teilnahme an einer "Elterngruppe" an, die sich mit der Situation der Kinder auseinandersetzt, mit den Herausforderungen für erkrankte Eltern im stressigen Familienalltag und mit Möglichkeiten der Entlastung und Unterstützung.

Je nach individueller Situation kann es sinnvoll sein, das Kind zu einem Gespräch mit dem Therapeuten mitzunehmen. Als Patient können Sie Ihren Therapeuten darauf ansprechen, als Angehöriger können Sie den Patienten darum bitten, das Thema im Therapiegespräch aufzugreifen.

Zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten berät der Sozialdienst auf Station.

Weitere Informationen und Unterstützungsangebote

  • Erziehungs- und Familienberatungsstellen bieten Beratung für Eltern und Kinder
  • In einigen Regionen gibt es spezielle Beratungseinrichtungen und altersgestaffelte Gruppenangebote für Kinder psychisch erkrankter oder suchtkranker Eltern.
  •  Auch Sozialdienste in Kitas und in Schulen können Anlaufstellen sein
  • Zuständiges Jugendamt

Weiterführende Informationen bieten auch die Veröffentlichungen unter Literaturhinweisen.

Bei Fragen sprechen Sie uns gern an.

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