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Vorsorge

Es gibt langwierige psychiatrische Erkrankungen, bei denen es nicht selten zu mehr als einer stationären Aufnahme kommt, nicht immer geplant, sondern auch in akuten Krankheitszuständen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten Vorsorge zu treffen.

Zum einen geht es darum erneute Krisen zu vermeiden, Frühwarnzeichen zu erkennen und festzulegen, wie gegengesteuert wird, wenn Anzeichen einer nahenden Krise wahrgenommen werden.

Zum anderen geht es darum zu regeln, welche Behandlung in einer akuten Krise gewünscht wird, welche abgelehnt,  wer Verantwortlichkeiten übernimmt u.v.m.

Denn in einer akuten Krankheitsphase kann es vorkommen, dass der Patient selbst nicht in der Lage ist, die Bedeutung und Tragweite der Erkrankung und der medizinischen Behandlung zu erfassen und sachgerecht zu beurteilen (nicht einwilligungsfähig).

Es gibt aber die Möglichkeit sich vorher damit auseinander zu setzen, welche Behandlung gewünscht wird, wer informiert werden soll und vieles mehr. Solche vorher getroffene Festlegungen sichern daher die Selbstbestimmung des Patienten.

Im Weiteren finden Sie einige Informationen zu Vorsorgemöglichkeiten.

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Krisenpass

Der Krisenpass ist ein Kärtchen, das ins Portemonnaie passt und auf dem der Betreffende festhalten kann, wer im Fall einer stationären Aufnahme informiert werden soll, wem gegenüber das Behandlungsteam von der Schweigepflicht entbunden wird, was dem Betreffenden im Krisenfall gut tut, was in der Krise als wenig hilfreich empfunden wird, welche Medikation in der Krise bisher hilfreich war und welche abgelehnt wird. Der Betreffende kann vermerken, wenn er einen rechtlichen Betreuer hat, eine Behandlungsvereinbarung, Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht.

Die Verbände Psychiatrie-Erfahrener raten aus versicherungsrechtlichen Gründen (zumindest bei Autofahrern) davon ab, im Pass über die aktuelle Medikation Auskunft zu geben.

Wenden Sie sich bei Fragen und Interesse gern an unsere Mitarbeiter.

Krisenplan

In einem Krisenplan legt der Patient, am besten gemeinsam mit einer Vertrauensperson schriftlich fest, woran vorzeitig erkannt werden kann, dass sich eine erneute Krankheitsphase ankündigt, und wie dann vorgegangen wird.

  • Erstellen einer Liste von Frühwarnzeichen (Was weist darauf hin, dass eine erneute Krankheitsphase anstehen könnte?)
  • Erstellen einer Liste an Dingen, die dem Betroffenen gut tun und ihn entlasten können
  • Festlegen von Konsequenzen, die auf die Beobachtung solcher Frühwarnzeichen folgen (z.B. Maßnahmen zur Stressreduktion, Bedarfsmedikation, Kontaktaufnahme zum Psychiater/Psychotherapeuten…) und wer sich um was kümmert
  • Liste von möglichen Unterstützern inkl. Kontaktdaten

Sprechen Sie bei Interesse oder Fragen gern unsere Mitarbeiter an.

Behandlungsvereinbarung

Die Behandlungsvereinbarung ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Patienten und dem behandelnden Arzt. In ihr werden Festlegungen zur Art der Behandlung, zu Schweigepflicht, Kontaktpersonen und persönlich als hilfreich oder nicht hilfreich empfundenen Interventionen gemacht. Die Ausgestaltung ist sehr individuell.

Die Behandlungsvereinbarung wird vom Patienten, dem Arzt, einer Person aus der Pflege, ggf. dem gesetzlichen Betreuer unterschrieben und falls der Patient eine Vertrauensperson hinzuzieht, auch von dieser.

Die Vereinbarung wird in der Klinik hinterlegt, damit bei einer erneuten Aufnahme darauf zurückgegriffen werden kann. Die Vereinbarung kann auf Wunsch des Patienten jederzeit geändert werden (auch in der Zeit zwischen Klinikaufenthalten).

Bei Fragen sprechen Sie uns gern an.

Patientenverfügung

Die Patientenverfügung (§1901a BGB) ist eine Willenserklärung, mit der der Verfügende im Falle seiner Einwilligungsunfähigkeit den Arzt anweist, welche medizinischen Maßnahmen in welcher Situation gewünscht und welche abgelehnt werden. Sie kann als Freitext verfasst werden. Die Patientenverfügung kann mit einer Vorsorgevollmacht gekoppelt sein.

Weitere Informationen finden Sie u.a. auf der Homepage des Bundesministeriums für Justiz und auf der Homepage der Bundesnotarkammer. Beratungen sind z.B. durch die Betreuungsvereine,  einen Rechtsanwalt oder einen Notar möglich.

Vorsorgevollmacht

Eine weitere Möglichkeit Vorsorge für Situationen fehlender Einwilligungsfähigkeit zu treffen ist Vorsorgevollmacht. In ihr wird eine Vertrauensperson, mit der dies vorher besprochen ist, ermächtigt, das Entscheidungsrecht des Vollmachtgebers für diesen auszuüben, wenn dieser dazu nicht in der Lage ist.

Eine Vorsorgevollmacht kann verschiedene Bereiche umfassen, je nachdem, was die betreffende Person dadurch regeln möchte. Ist sie allgemein gehalten und sind einzelne Bereiche nicht näher benannt, fallen Entscheidungen über lebenswichtige Maßnahmen nicht darunter. Da die Vorsorgevollmacht der rechtlichen Betreuung gegenüber vorrangig ist, kann die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung dadurch überflüssig werden.

Eine Vorsorgevollmacht kann mit einer Patientenverfügung gekoppelt werden. Dann ist der Bevollmächtigte in seinen Entscheidungen an die Patientenverfügung gebunden und verpflichtet, auf die Einhaltung der darin festgehaltenen Willenserklärung im Fall einer Krankenbehandlung zu achten.

Weitere Informationen finden Sie u.a. auf der Homepage des Bundesministeriums für Justiz und auf der Homepage der Bundesnotarkammer. Beratungen sind z.B. durch die Betreuungsvereine,  einen Rechtsanwalt oder einen Notar möglich.

Betreuungsverfügung

Durch eine Betreuungsverfügung kann der Verfügende eine Person bestimmen, die im Fall der Notwendigkeit einer rechtlichen Betreuung als solche vom Gericht bestellt wird. Außerdem können Wünsche über die Lebensgestaltung bei einer Betreuung festgehalten werden. An diese Wünsche sind das Gericht und der Betreuer grundsätzlich gebunden. Den Umfang der Befugnisse des Betreuers bestimmt das Gericht.

Weitere Informationen finden Sie u.a. auf der Homepage des Bundesministeriums für Justiz und auf der Homepage der Bundesnotarkammer. Beratungen sind z.B. durch die Betreuungsvereine, einen Rechtsanwalt oder einen Notar möglich.

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